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Dienstag, 6. Januar 2004
echolot, 19:34h
1. Sendung Mi. 14. 01. 2004 auf Radio Helsinki 92,6 in Graz sowie Internetradio als livestream
Einleitung zu S. Haffner und Wiedergabe des ersten Kapitels mit dem Titel „Leben“
Einleitung zu S. Haffner und Wiedergabe des ersten Kapitels mit dem Titel „Leben“
- Hitlers Vater war ein Aufsteiger
- Was Hitlers Leben hergibt, sind im wesentlichen Fehlanzeigen
- Der politischen Biografie mangelt es nicht an Entwicklung und Steigerung
- Das wirkliche Hitlerische Urgestein: die Fusion von Nationalismus und Antisemitismus
- Hitlers Entschluss, Politiker zu werden
- Hitlers Eintreten in die Politik und die Öffentlichkeit
- Der Entschluss „Der Führer“ zu werden
- Ein beispielloser Beschluss: Unterordnung der Hitlerschen Politik unter die mutmaßliche Dauer seines Lebens
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echolot, 19:19h
Sebastian Haffner – Chronik
- 27. 12. 1907 Geburt von Raimund Pretzel, an jenem Tag, da Maria Magdalena von Losch ihren sechsten Geburtstag feierte. Beide waren Berliner von preußischem Zuschnitt, beide verließen aus Ekel vor Hitler ihre Heimat, ihre so wichtige Muttersprache und ihre Erfolge. Beide gingen ins „feindliche“, friedliche Ausland und bekämpften von dort die Naziverbrecher. Frau von Losch nannte sich, um ihre gute Familie als Schauspielerin nicht zu diskreditieren, Marlene Dietrich. Herr Pretzel durfte die Familie und den hochangestellten Beamten-Vater nicht mit seiner aggressiven Journalistenfeder gefährden. Er wählte das Pseudonym Sebastian Haffner: Sebastian in Verehrung für Johann Sebastian Bach und Haffner in Verbeugung vor Mozarts Haffner-Symphonie.
- 1914 Erlebt den Ausbruch des Ersten Weltkrieges auf dem großelterlichen Gut in Pommern.
- 1926 Abitur in Berlin, Aufnahme des Jurastudiums und späteres Referendariat in Rheinsberg.
- 1933 Juristisches Staatsexamen, Eintritt ins Berufsleben, bis 1936 als Anwalt tätig.
- 1938 Übersiedlung nach England; in Cambridge heiratet er Erika Landry; Geburt seines ersten Kindes Oliver.
- 1940 Arbeit für das Emigrantenblatt Die Zeitung; Erscheinen seines ersten Buches Germany: Jekyll and Hyde; im Frühjahr des selben Jahres interniert, auf Intervention seines Verlegers wieder entlassen, findet eine Anstellung bei der renommierten Sonntagszeitung Observer.
- 1941 Publikation des Buches Offensive against Germany.
- 1946 Erster Besuch Deutschlands nach dem Krieg.
- 1948 Nimmt die britische Staatsangehörigkeit an.
- 1954 Nach Meinungsverschiedenheiten mit Observer-Herausgeber David Astor Wechsel als Deutschlandkorrespondent des Observer nach Berlin.
Erscheinen von A Book of British Profiles, compiled from the Observer by S. Haffner. - 1961 Kündigung beim Observer, Arbeit für die Springer- Zeitungen Welt und Christ und Welt.
- 1963 In Folge der Spiegel-Affäre Bruch mit der Welt; bekommt beim auflagenstärksten deutschen Wochenblatt Stern eine eigene Kolumne „Sebastian Haffners Meinung“, die er mehr als zehn Jahre fortführt.
- 1965 Publikation: Die sieben Todsünden des Deutschen Reiches. Grundfehler deutscher Politik nach Bismarck damals und auch heute.
- 1967 Publikation: Winston Churchill in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten dargestellt von S. Haffner.
- 1968 Haffner verurteilt den Polizeieinsatz beim Berliner Schahbesuch, in dessen Verlauf der Demonstrant Benno Ohnesorg erschossen wurde.
Publikation: Der Teufelspakt. Fünfzig Jahre deutsch-russische Beziehung. - 1969 Publikation: Die verratene Revolution. Deutschland 1918/19; Tod seiner ersten Frau Erika Landry.
- 1970 Publikation: Der Selbstmord des Deutschen Reiches.
- 1972 Nimmt wieder die deutsche Staatsbürgerschaft an, um an den richtungsweisenden deutschen Bundestagswahlen teilnehmen zu können.
- 1980 Publikationen: Preußen ohne Legende, Überlegungen eines Wechselwählers, Preußische Profile.
- 1982 Publikationen: Zur Zeitgeschichte. 36 Essays,
Das Wunder an der Marne. Rekonstruktion der Entscheidungsschlacht des Ersten Weltkriegs. (mit W. Venohr).
Er heiratet die Journalistin Christa Rotzoll. - 1985 Publikation: Im Schatten der Geschichte. Historisch-politische Variationen aus zwanzig Jahren.
- 1987 Publikation: Von Bismarck zu Hitler. Ein Rückblick
- 1997 Publikation: Zwischen den Kriegen. Essays zur Zeitgeschichte.
- Am 2. 1. 1999 stirbt Sebastian Haffner wenige Tage nach seinem 91. Geburtstag in Berlin.
- 2000: Aus dem Nachlass erscheint der Band: Geschichte eines Deutschen. Die Erinnerungen 1914 – 1933. Das Buch wird ein Erfolg bei Kritik und Lesern.
- 2001: Schreiben für die Freiheit. 1942 bis 1949: Als Journalist im Sturm der Ereignisse. Hrsg. v. Rainer Nitsche.
weiterführende links:
gruene liga.
Literatur
http://www.doew.at/ und http://www.clio-graz.net/
Bücher von Haffner:
Germany: Jekyll & Hyde, 1939 –Deutschland von innen betrachtet, TB Knaur
Anmerkungen zu Hitler, Fischer TB 1981
Historische Variationen, DVA 5. Auflage 2001
Geschichte eines Deutschen, Die Erinnerungen 1914 – 1933, Deutsche Verlagsanstalt
2. Auflage Sept. 2000
Winston Churchill, Rowohlt Taschenbuch 2002 (ursprünglich als Rowohlt
Monographie 1967 erschienen)
Schreiben für die Freiheit. 1942 – 1949: Als Journalist im Sturm der Ereignisse, Hrsg. Rainer Nitsche, Transit Buchverlag 2001
Überlegungen eines Wechselwählers, Kindler 2002
Preußische Profile (mit Wolfgang Venohr), Ullstein 2001
Zur Zeitgeschichte. 36 Essays, Kindler 1982
Über Sebastian Haffner:
Film: Mit scharfer Zunge. Sebastian Haffner wird neunzig; WDR, Regie: Christian Walther
Als Engländer maskiert. Ein Gespräch mit Jutta Krug über das Exil, DVA 2002
Haffner für Eilige, Daniel Kiecol, Aufbau TB 2002
Ich bin nun mal Deutscher, Sebastian Haffner. Eine Biografie, Uwe Soukup, Aufbau Vlg. 2001
Ein paar Empfehlungen (kann gern durch eure Leseerfahrungen erweitert werden, bitte mailen):
Zu Hitler:
Film: Axel Corti. Ein Mann aus dem Innviertel
Hitlers Weltanschauung, Eberhard Jäckel, DVA 1986
Hitlers Herrschaft, Eberhard Jäckel, DVA 1986
Hitlers Wähler, Jürgen W.Falter, C. H. Beck 1991
Hitlers Wien, Lehrjahre eines Diktators, Brigitte Hamann, Piper 1991
Zu Rassismus und Nationalismus:
Der arische Mythos, Leon Poliakov, Junius 1993
Geschichte des Rassismus, Immanuel Geiss, Edition Suhrkamp 1988
Zu Antisemitismus:
Ein Gerücht über die Juden, die „Protokolle der Weisen von Zion“ und der alltägliche Antisemitismus, Stephen Eric Bronner,. Propyläen 1999
Vom Judenhaß zum Antisemitismus, Detlev Claussen, Sammlung Luchterhand 1987
Untergang der Dämonologien, Leo Löwenthal, Raclam Leipzig 1990
Unter Antisemitismusverdacht. Die österreichische Linke und Israel nach der Shoah, Margit Reiter, Studienverlag 2001
Das Shylock Syndrom oder die Dramaturgie der Barbarei, Dietrich Schwanitz, Eichborn 1997
Eine zerstörte Kultur. Jüdisches Leben und Antisemitismus in Wien seit dem 19.Jahrhundert,Hg.:Gerhard Botz, Ivar Oxaal, Michael Pollak, dvo 1990
Zu Österreich und Nationalsozialismus:
Die Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich, Gerhard Botz, Europaverlag 1988
„Austrofaschismus“, Beiträge über Politik, Ökonomie und Kultur 1934 –1938, Hg. Emmerich Talos, Wolfgang Neugebauer, Vlg. Für Gesellschaftskritik 4.Auflage 1988
Arbeiterschaft und Nationalsozialismus in Österreich, Hrg. Rudolf G. Ardelt, Hans Hautmann, Europaverlag 1990
NS-Herrschaft in Österreich 1938 – 1945, Hrg. E. Talos, Ernst Hanisch, W.Neugebauer, Vlg. Für Gesellschaftskitik 1988
Handbuch des Rechtsextremismus, Hrg. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Deuticke 1993
Zur Ästhetik und Sozialisierung
Der schöne Schein des Dritten Reiches. Faszination und Gewalt des Faschismus, Peter Reichel, Fischer TB 1993
Politische Formierung und soziale Erziehung im Nationalsozialismus, Hrg. Hans-Uwe Otto, Heinz Sünker, stw 927, 1991
Kitsch und Tod, Saul Friedländer. Der Widerschein des Nazismus, dtv 1986
Zur Shoah
Film: SHOAH , Regie: Claude Lanzmann (in Graz in der Mediathek zugänglich)
Shoah, Claude Lanzmann. Mit einem Vorwort von Simone de Beauvoir, Claassen 1986
Die Vernichtung der europäischen Juden, Raul Hilberg, 3Bde. Fischer TB 1990 (dt. Erstausgabe 1982)
Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 – 1945, Raul Hilberg,. Fischer 1992
Der gelbe Stern. Die Judenverfolgung in Europa 1933 – 1945, Gerhard Schoenberner, Fischer TB 1991
Der Weg zu „Endlösung“. Entscheidungen und Täter, Christopher R. Browning, Dietz 1998
Es waren so wenige. Retter im Holocaust, Alexander Bronowski, Quell 1991
Die Sterne sind Zeugen. Der Untergang der polnischen Juden, dtv dokumente 1965
Der Längste Schatten. Erinnern und Vergessen nach dem Holocaust, Geoffrey Hartman, Aufbau Verlag 1999
Verfolgung und Selbstbehauptung. Die Juden in Österreich 1938 – 1945, Herbert Rosenkranz, Herold 1978
Wiedergutmachung kein Thema. Österreich und die Opfer des Nationalsozialismus, Brigitte Bailer, Löcker 1993
Gegen Barbarei. Essays M.W.Kempner zu Ehren, Hrg. Rainer Eisfeld und Ingo Müller, Athenäum 1989 (Kempner war Ankläger bei den Nürnberger Prozessen und kompromissloser Streiter für die Opfer des NS-Regimes)
Allgemein zu Hitlers Reich:
Der Staat Hitlers, Martin Broszat, dtv 11.Auflage 1986
Anatomie des SS-Staates, Bde.1/2 dtv-dokumente 5.Auflage 1989
Der SS-Staat. Eugen Kogon, Kindler 1974
Behemoth. Struktur und Praxis des Nationalsozialismus 1933 – 1944, Fischer TB 1988
Der Doppelstaat, Ernst Fraenkel, Fischer TB 1984
Hitlers Einsatzgruppen. Die Truppen des Weltanschauungskrieges 1938 – 1942, Helmut Krausnik, Fischer TB 1989
Zu Politik –Recht - Theorie
Faschismustheorien, Richard Saage, C.H. Beck 1981
Gesellschaftliche Ursprünge des Faschismus, Manfred Clemenz, Edition Suhrkamp 1980
Wirtschaft, Recht und Staat im Nationalsozialismus. Analysen des Inst. f. Sozialforschung 1939 – 1942, stw 1984
Industrie und Nationalsozialismus, Alfred Sohn-Rethel, Wagenbach 1992
Jüdische-deutsche Lebenswelt
Zu einer anderen Zeit, Amos Elon, Hanser 2002.
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