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THOMAS MANN (1875 - 1955) HÄLT EINEN VORTRAG
ÜBER FRIEDRICH SCHILLER ANLÄßLICH SEINES
150. TODESTAGS IM MAI 1955 IN STUTTGART

Friedrich Schiller (1759 - 1805)
Thomas Mann hat auf die Rundfrage "Ist Schiller noch lebendig?" 1929 in der "Königsberger Allgemeinen Zeitung", (Ausgabe vom 10.11.1929) geantwortet. Die Umfrage empfand Thomas "recht deutsch", denn "kein Franzose würde darauf kommen, sich und andere zu fragen, ob Racine und Corneille ‚noch lebendig' seien". 1930 erschien die Antwort von Thomas Mann erstmals in einer Buchausgabe: "Die Forderung des Tages. Reden und Aufsätze aus den Jahren 1925 - 1929" in Thomas Manns "Hausverlag" S. Fischer, Berlin, S. 399.
Es war nicht die erste intensive Beschäftigung Thomas Manns mit Schiller, der ihn schon seit Schülertagen faszinierte. 1905 verfaßte Thomas Mann aus Anlaß des 100. Todestages von Friedrich Schiller als Auftragsarbeit für eine Sondernummer des "Simplicissimus" in München die Kurzgeschichte "Schwere Stunde", deren namentlich nie genannte Hauptperson Friedrich Schiller ist. In der Erzählung wird die Krise des am Gelingen seines Wallensteins fast verzweifelnden Dichters geschildert, über die er mit dem Willen zur Größe, die aus Leiden entsteht, schließlich triumphiert.
Viele Jahre später, 1955, - Thomas Mann ist aus seinem Exil in den USA, wohin ihn und seine Familie die Nationalsozialisten getrieben hatten, wieder nach Europa zurückkehrt und lebt in der Schweiz - arbeitete Thomas Mann im Hinblick auf den 150. Todestag von Friedrich von Schiller an seinem "Versuch über Schiller", den er - gekürzt - als Rede am Vorabend von Schillers Tod - am 8. Mai 1955 - im Staatstheater Stuttgart vorträgt und ein weiteres Mal, am 14.Mai 1955 im Deutschen Nationaltheater Weimar. In beiden deutschen Staaten - der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik - erscheint der Essay mit der Widmung "Zum 150. Todestag des Dichters - seinem Andenken in Liebe gewidmet" gedruckt in ungekürzter Form: In der Bundesrepublik beim S. Fischer Verlag, 1955 und in der Deutschen Demokratischen Republik - viel schöner gestaltet - beim Aufbau-Verlag, Berlin, der 2000 Sonderexemplare anfertigt.
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